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Disclaimer: Wie alles in diesem Blog, ist dieser Artikel mein ganz persönlicher, subjektiver Standpunkt – meine Meinung. Genau nicht Objektiv. Weder möchte ich Menschen, die das anders sehen, zu Nahe treten, noch sie persönlich kritisieren oder herum moralisieren. Das sind »nur« meine Gedanken.

 

 

Über Stern.de fand ich neulich dieses Video. Beim ersten Anschauen fand ich es noch witzig. Nachdem ich es mir aber ein zweites Mal angeschaut habe, konnte ich mich dem Eindruck nicht erwehren, dass ich daran etwas ziemlich falsch fand.

Für eine detaillierte Aufklärung über Sex sind die Kinder meiner bescheidenen Meinung nach schlicht noch zu jung. Ohne die Menschen hinter den kurzen Ausschnitten zu kennen finde ich, dass ein Kind von vielleicht fünf oder sechs Jahren in seiner Entwicklung noch nicht weit genug ist, um Details über Sex zu erfahren.

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Der Auslöser, darüber zu bloggen war ein Tweet heute morgen in meiner Timeline:

 

 

Der Grund für die Frage war wohl:

 

 

(@www.papaleaks.demamakeinezeit: Ich möchte Dir nicht zu Nahe treten. Ich kenne weder Dich noch Deinen Sohn, noch weiß ich, wie genau die Sprache oder das Thema im Kindergarten waren. Ich möchte nichts davon beurteilen. Dein Tweet war für mich nur der Punkt, an dem ich beschloss zu dem Thema etwas schreiben zu wollen, deshalb zitiere ich ihn hier.)

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Ihr dürft mich jetzt gern steinigen oder rückschrittlich, mittelalterlich oder verbohrt schimpfen. Aber ich finde, ein fünfjähriges Kind muss genau nichts über Spermatozoen, weibliche Eizellen oder Befruchtung wissen. Und schon gar nichts über Sex.

Natürlich will ein Kind irgendwann erfahren, woher die Babies kommen und woher es selbst kommt. Aber die Antwort »Aus Mamas Bauch« reicht meiner Meinung nach vollkommen. Und die Nachfrage, wie die Babies dort hin kommen, kann man auch beantworten mit »wenn Mamas und Papas sich ganz doll lieb haben und Erwachsenenkuscheln, dann können sie manchmal auch ein Baby machen. Und das wächst dann in Mamas Bauch bis es zur Welt kommt. Und so haben wir auch Dich bekommen.«

Dazu braucht es keine Details über Penisse und Vaginas. Über Eisprung, Eizellen oder eben Sperma. Das halte ich bei kleinen Kindern einfach nicht für angebracht. Ich glaube eher, dass zu viele Details, zu viele Einblicke in dieses Thema ein Kind leicht überfordern können. Es kann die Informationen rund um Sex gar nicht einordnen – auch wenn sie noch so kindgerecht, liebevoll und wertfrei vorgetragen werden.

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Ich denke, mit Kindern über Sex zu reden wie in dem Video, hebt sie auf eine Ebene, auf die sie gar nicht gehören – die sie eher überfordert. Kurz gesagt, Sex ist ein »Erwachsenenthema«. Also nichts, worüber ich mit meinem Kind spreche. Denn Kinder sind keine kleinen Erwachsenen.

Auch denke ich, ab einem bestimmten Punkt ist die Aussage »ich glaube nicht, dass Du das schon wissen solltest. Das erkläre ich Dir gern, wenn Du größer bist« gar nicht so falsch. Denn meiner bescheidenen Meinung nach gibt es durchaus Themen, Informationen, Details, für die ich mein Kind noch zu jung finden kann.

Versteht mich nicht falsch. Natürlich weiß ich, dass Aufklärung sehr wichtig ist. Und nein, ich bin auch keiner von der »Bloß nichts über Homosexualität im Aufklärungsunterricht erzählen«-Fraktion. Eine gute, unvoreingenommene sexuelle Aufklärung ist extrem wichtig. Aber eben erst für ältere Kinder, die mit großen Schritten auf ihre Pubertät zulaufen. Und natürlich für jugendliche.

Eben alles zu seiner Zeit.

Wie seht Ihr das? Was ist Eure Meinung dazu? Wer mag, darf gern kommentieren. Andere Blogbeiträge zu dem Thema verlinke ich an dieser Stelle natürlich sehr gern.

Update: Dank dem Familienbetrieb fand ich einen gegenteiligen Beitrag auf »Butterflyfish«. Dani stellt dort das Buch »Klär mich auf« vor. Mit wirklich lustigen Bildern. ☺

  • Pingback: Das Bloggen der Anderen (28) | Familienbetrieb()

  • Hallo Papaleaks,

    bin über Familienbetrieb hier her gekommen. Ich werd‘ in Kürze ein konstenloses eBook veröffentlichen zum Thema „Wie sag ich’s meinem Kind: Sex und Porno“. Darum geht’s weniger um das WAS, sondern mehr um das WIE und das WOZU. Dafür hab ich mir auch einige Aufklärungsbücher unter die Lupe genommen und ein ganz tolles, das ohne Sex und all die Details (sogar ohne Vagina und Penis) auskommt, ist „Wie entsteht ein Baby?“ – Denn unabhängig davon, was Kinder zu Sex irgendwann mal wissen wollen, weil sie einfach auch von älteren Kindern viele Begriffe mitkriegen, ist es doch interessant zu wissen, wo die Menschen eigentlich herkommen.
    Hab hier mal eine Rezension dazu geschrieben – ich glaub es könnte dir gefallen: https://www.papaleaks.de//www.krachbumm.com/2015/01/10/wie-entsteht-ein-baby-ein-buch-ohne-sex/

    Die Aufklärung wie in dem Video halte ich auch nicht für besonders klug. In Sexualpädagogikworkshop in Grundschulen läuft das ganze eigentlich so ab, dass es um Gewaltprävention geht und deshalb das Thema Gefühle ganz wichtig sind. Bei „Klär mich auf“ sind ja Fragen gesammelt, die Kinder, die schon schreiben können stellen, weil sie irgendwo was gehört haben. Ich denke die Fragen sollte eine/r schon beantworten.

    Persönlich denke ich, dass es wichtig ist Kindern beizubringen, welche Berührungen von wem wo ok sind, und was nicht, und dass sie auch sagen dürfen, was sie nicht mögen (zB Abknutschereien von div. Verwandten). Dazu muss man aber nicht gleich über sexuelle Praktiken sprechen. Auch das Aufklärungsbuch „Mein erstes Aufklärungsbuch“ aus dem Löwe-Verlag (ab 5 Jahren) geht da sehr stark den Weg über Gefühle und Gewalprävention. Den Akt beschreiben die schon, aber einfach sehr stark in das Gefühlsding eingebettet. Glaub nicht, dass das Kinder überfordert. Die finden’s sowieso eklig und lustig. 🙂

    liebe Grüße, Katja

    • Hallo Katja,

      vielen Dank für den Buchtip! Ich werd mir das Buch auf jeden Fall mal besorgen und lesen. Bin schon sehr gespannt. Auch Dein Buch interessiert mich jetzt natürlich. Wenn es verfügbar ist, darfst Du gern hier einen Link auf eine Bezugsquelle posten.

      Die Fragen nach Gewaltprävention, Gefühle, Grenzen sind ganz andere. Diese Form der Aufklärung halte ich für vollständig gegeben und sehr, sehr wichtig. Auch finde ich es wichtig überhaupt seinen Kindern beizubringen, dass es vollkommen okay ist, persönliche Grenzen zu haben und diese auch zu artikulieren. Kinder und Babies sind schließlich keine Kuscheltiere. Und auch gegenüber anderen Kindern haben sie ihre ganz eigenen, persönlichen Grenzen.

      Danke für Deinen Kommentar.

      Liebe Grüße, Alex

  • Hallo Papaleaks! Ich finde es sehr spannend, Deine Meinung zu lesen, und ich freue mich sehr, dass Du Dich jeglicher Wertung enthebst. Das fällt vielen Eltern in viel zu vielen Bereichen zu schwer, wie ich finde! Witzigerweise denke ich genau anders: Ich habe aus der Erfahrung mit unseren Töchtern gemerkt, dass ihnen die Mama-und-Papa-haben-sich-lieb-Nummer irgendwie nicht ausreicht. Es blieb immer eine logische Lücke und das Nachfragen blieb nicht aus. Darum haben ER und ich uns dann dafür entschieden, sie vorsichtig, aber vollständig aufzuklären. Ich bin davon überzeugt, dass Kinder einem selbst signalisieren, bis wohin sie etwas hören wollen und wann es ausreicht: So war unser Aufklärungsmoment von vielen Pausen gespickt, immer kleine Häppchen Information gegeben und gewartet, ob noch eine Frage folgt. Und sie folgte. Wohlgemerkt von unserer Älteren, die Jüngere war noch relativ desinteressiert. Aber solange unsere Töchter etwas wissen wollen, liefern wir ihnen die Antwort. Bitte nicht falsch verstehen: Auch das ist noch alles „altersgerecht“ – was auch immer das heißen mag – verpackt! Aber es wird mit jedem Jahr detaillierter. Was ich sagen will: Während Du sagst, 5jährige brauchen nichts von Sperma wissen, habe ich eine gegenteilige Erfahrung gemacht. Unsere damals 5jährige wollte alles ganz genau über die Befruchtung einer Eizelle in Erfahrung bringen und hat das als ganz natürlich begriffen. Sie ging davor davon aus, dass Mütter Kinder erstmal essen müssen oder so ähnlich, oder sie, wie bei der heiligen Jungfrau, aus den Sternen in den Mutterleib rutschen. Als sie darüber dann genaueres wissen wollte, sind wir unweigerlich auf die Befruchtung gekommen. Und sie fand es spannend und signalisierte Zufriedenheit – so nach dem Motto: Ha, JETZT weiß ich Bescheid!
    Danke für Deine ehrliche Meinung, die ich sehr respektiere! Denn den einen, einzig richtigen Weg – den gibt es nicht. Niemals. Und wer weiß? Vielleicht sagen unsere eines Tages: Wie konntet ihr uns nur so eklige Details erzählen? (Ich glaube es eigentlich nicht.) Wir werden es irgendwann erfahren. 🙂
    Liebe Grüße! Friederike

    • Ich sehe das auch so, dass die Kinder uns signalisieren, wieviel sie wissen wollen. Man muss nur genau zuhören. Wichtig finde ich, dass ich auf Fragen ehrlich UND kindgerecht antworte. Und nur diese Frage und NICHT das Drumherum auch noch

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