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Sven vom tollen »Zwillingswelten«-Blog hat eine Blogparade zum Thema »#Daddyrules« gestartet. Eine Blogparade gerichtet an uns Väter.

Er stellt zwei Fragen an die Väter. »Was macht dich als Vater besonders stolz / wobei kann dir niemand das Wasser reichen«. Fragen, die — wie ich finde — gar nicht so einfach zu beantworten sind. Aber ich möchte es versuchen.

Was macht Dich als Vater besonders stolz

Was macht mich denn besonders Stolz? Eine ihrer Eigenschaften? Vielleicht eine Fähigkeit? Etwas, was sie ganz sicher nur von mir hat?

Wirklich stolz macht sie mich — als ganzes, als Mensch. Wie sie ist. Die Tatsache, dass dieser kleine, wunderbare Mensch mein Kind ist. Dass sie uns — ihre Familie — bereichert, so wunderbar ergänzt. Dass sie mich Dinge lehrt von denen ich zuvor nie geglaubt habe, dass ein Kind — mein Kind — sie mich lehren kann.

Wie sie mir die Augen öffnet und mir immer wieder einen Blick in ihre Welt gewährt. Das ich mich im Spiel mit ihr oder auf dem Spielplatz auch mal wieder als Kind fühlen darf.

Sie macht mich stolz mit ihrer Liebe zum Teilen. Ihr Essen mit mir. Oder mit ihrer Mama. Und dass sie mit ihren süßen 2 Jahren anderen Kindern einfach so ihr Spielzeug anbietet — teilt. Das sie anderen Kindern gegenüber so offen, so unaufgeregt ist. Und das sie so verdammt tough ist.

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Sie beobachtete immer gern. Autos. Andere Kinder. Ihre Umwelt. Bei den Baby- oder Papatreffs lag oder saß sie immer am Rand, leicht abseits. Sie beobachtete einfach nur. Das konnte eine ¾ Stunde so gehen bevor sie sich dann doch in den Tumult wagte. Es reichte ihr ein oder zwei Spielzeuge in der Hand zu halten. Sie schaute nur — und war vollauf zufrieden.

Und das jede Woche aufs Neue. Auch nachdem sie die Kinder und anderen Eltern bereits kannte. Beobachten — das ist ihr Ding.

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Sie braucht viel Sicherheit. Damit mein ich nicht die Sicherheit die wir ihr als Eltern geben. Viel mehr probiert sie alles mögliche so lange, bis sie sich ganz sicher ist, es zu können. Erst dann wagt sie den Sprung.

Das war bspw. mit dem Laufen so. Eigentlich konnte sie bereits selbst laufen. Sie traute sich nur nicht. Immer nur an meinen oder Mamas Händen. So lange, bis sie sich ganz sicher war, dass wenn sie los ließe, sie laufen könne. Und so war es auch. Als sie sich entschied los zu lassen lief sie, als habe sie nie was anderes gemacht.

Das war auch mit dem Rennen so. Nachdem sie laufen konnte, rannte sie selten. Vielleicht mal, wenn sie Angst vor etwas hatte. Wenn Rennen, dann nur an unseren Händen. Erst als sie genug Vertrauen und Sicherheit beim Laufen hatte, begann sie auch mal schneller zu laufen. Heute rennt sie mit einer Sicherheit, als habe sie nie was anderes gemacht.

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Das sind nur zwei Beispiele die sie als Menschen ausmachen. Eigenschaften auf die wir als Eltern wenig Einfluss nahmen. Das ist ihr Charakter. So ist sie.

Und genau so macht sie mich stolz. Jeden Tag. Jede Stunde. Jede Sekunde aufs Neue.

Wobei kann Dir niemand das Wasser reichen

Ich hab sehr lange darüber nachgedacht, was ich darauf antworte. Es gibt nicht die eine Sache, bei der ich sagen würde, die kann ich viel, viel besser als meine Frau oder eine der Omas oder Opas.

Je mehr ich darüber nachdenke, desto eher gibt es auf die Frage für mich nur eine Antwort: ich hoffe, ihr der Vater zu sein und auch in Zukunft sein zu können, den sie braucht.

Der sie fängt wenn sie von mir gefangen werden möchte. Der ihr hilft, wenn sie meine Hilfe möchte. Der sie tröstet, wenn sie meinen Trost braucht. Der ihr den Freiraum lässt den sie für ihre Entwicklung braucht. Der ihr die »richtigen« Grenzen setzt.

Der ihr die Welt aus und mit meinen Augen zeigt. Meine Begeisterung für alles technische (nicht nur Computer), für die Natur, für die Photographie.

Kurz, niemand kann mir das Wasser dabei reichen, ihr ein Vater zu sein. Mit meinen Macken, mit meinen Einstellungen, mit meinen Überzeugungen. Das ist vollkommen ausreichend. 🙂

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