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Februar 2014. Die Mission war Abstillen.

Der Wunsch war da. Die Frau war zurück im Berufsleben. Und Zuckerschecke liebte bereits feste Nahrung. Es stand dem Ziel also eigentlich nichts mehr im Wege.

Außer: wie stellt man das an? Traumas bei der Kleinen, bei Mama und Papa waren klar zu verhindern. Tiraden galt es zu minimieren. Wir fragten also jemanden mit Sachverstand: Tante Google.

Es gibt gefühlte elf Fantastilliarden verschiedene Strategien und Ansätze zum Abstillen. Und diese könnten untereinander verschiedener nicht sein. Die Leute beschreiben wahre Dramen in den Foren. Schlauer und entschlussfreudiger waren wir am Ende dieser Suche nicht.

Die Tage flogen dahin, in denen wir das Für und Wider, die Strategien und Ersatzstrategien, Plan B, C und D überlegten und diskutierten. Es wurde März. Und dann kam alles anders.

Zuckerschnecke war nun 14 Monate jung und entschied für sich, dass das mit dem Stillen wohl eher was für kleine Babys ist. Aber sicher nichts mehr für große Mädchen wie sie.

Sie wachte eines morgens auf, beschwerte sich wie immer ob des Grummelns in ihrem Bauch. Anlegen. 20 Sekunden später fertig. Wir schauten uns verwundert an. Entweder sie hatte eine neue, viel effizientere Trinktechnik entwickelt. Denkbar. Nicht. Oder sie hatte quasi nur aus Höflichkeit so getan als ob. Vielleicht mag sie die Seite heute nicht? Andere Seite: gleiches Spiel.

Mama ratlos. Papa auch. Kind glücklich. Soweit man mit Grummeln im Bauch glücklich sein kann.

Nach einer Woche dieses Spiels entschieden wir uns die Probe aufs Exempel zu machen. Was passiert, wenn wir das Stillen einfach weg lassen und es statt der Muttermilch gleich Brei gibt? Wird sie sich aufs heftigste Beschweren? Gibt es ein Drama? Trauma? Glückseligkeit?

Die Tochter entschied sich für die Glückseligkeit. Sie hatte sich selbst abgestillt. Von jetzt auf nachher. Einfach so. Ohne erkennbaren Anlass. Kein Drama, kein Trauma.

Und sie schien es nie bereut zu haben. Kein Quengeln, kein Flashback oder Rückfall. Nichts.

Wenn nur alles immer so einfach wäre.

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